Fallschirmsprung als Werbemittel für Schiffsfonds

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William Chattner war schon immer ein Mann der Tat! Ärmel hochkrempeln und selbst Hand anlegen! Mit dieser Devise war er zu einem erfolgreichen Unternehmer geworden. Er überlies nie etwas zum Zufall. Dennoch war sein Beraterstab reichlich erstaunt, als William Chattner feierlich verbündete, dass er selbst die geplante Werbeaktion durchführen wolle. Das wäre gut für die Außenwirkung, wie Chattner meinte, und das sei ja wohl der Sinn von Werbung.

Es handelte sich bei der geplanten Werbeaktion um einen Fallschirmsprung. Und Chattner beabsichtigte nicht Geringeres, als höchstselbst den Sprung durchzuführen. Man plante eine Landung im Stadtpark bei schönem Wetter und am Wochenende. Dann, wenn viel Leute anwesend wären. Bereits in der Luft würden die Flyer abgeworfen werden, sodass Zettel und Fallschirmspringer die möglichst zeitgleich runterkommen würden. Mit so einer Aktion, da war sich Chattner sicher, würde man auch viele Menschen für so etwas Unalltägliches wie Schiffsfonds begeistern können. Gerade bei der heutigen Konkurrenzlage müsse man als Fondsvermittler auch ungewöhnliche Wege gehen. Auffallen um jeden Preis! Die Presse war ebenfalls über das ehrgeizige Vorhaben des Chefs informiert. Ein Mann mit Kamera und ein Interviewer würden bereits unten im Park warten. Es waren also auch alle Vorbereitungen getroffen, um in der Zeitung ein nötiges Echo mit der Werbeaktion zu erzeugen.

Bereits nächstes Wochenende waren die Bedingungen optimal. Etwas zu früh nach Geschmack Mr. Chattners. Allerdings konnte er es sich nicht leisten zu zögern, nun da die Presse von seiner Aktion wusste. Mit einer Cessna 206 ging es in die Lüfte. Es dauerte nicht lange, bis man die Drop Zone erreicht hatte. Zwei Helfer machten sich daran, die Flyer aus der Luke zu schmeißen. Man musste die Flyer etwas nordwestlich des Parks abwerfen, denn aus dieser Richtung wehte der Wind. Mr Chattner hatte in seinen Taschen auch noch einige Flyer stecken, die er im Bedarfsfall abwerfen konnte, wenn er über dem Park sein würde. Nachdem man zwei Säcke voller Flyer gelehrt und die Atmosphäre geschickt hatte, war es nun an der Zeit für Mr. Chattner abzuspringen. Aus 3500 Meter Höhe sollte sein Absprung erfolgen. Sein Versuch das Ganze durch Rückfragen hinauszuzögern musste Chattner aufgeben. Immerhin waren die Flyer nun schon mit zwei Minuten Vorsprung unterwegs.

Er sprang! Es war wunderbar. Das Gefühl ungeahnter Freiheit machte sich in ihm breit. Und sein Adrenalinspiegel war hoch wie nie. Er veranlasste ihn sogar dazu laut: „Jippieh!“, zu rufen. Eine Äußerung, zu der sich Mr. Chattner sonst nie hinreißen lies. Trotz allem gelang es Chattner im Kopf bis 45 zu zählen und die Reißleine zu ziehen. Der Schirm öffnete sich. Unter ihm die Stadt. Der große grüne Fleck war der Park, diesen musste er ansteuern. Die Aussicht war überwältigend. Nun verstand Chattner, warum manch einer süchtig wird nach dieser Herausforderung. Zuerst der Adrenalinschub und dann der vollkommene Frieden, während man nach unten gleitet.

Weiter unten rauschte Chattner, allen Versuchen des Gegensteuerns zum Trotz, im Schwanenteich. Die Zeitung titelte am nächsten Tag: Werbeaktion für Schiffsfonds endet unter Wasser. Wenigstens konnt er vorher noch ein Bündel Flyer abwerfen.